FAQ zur Aufstellungsarbeit


Was ist eine Familienaufstellung?
Familienaufstellungen gehören in der Beratung und Therapie zur Familie der Gruppensimulationsverfahren.
In einem Vorgespräch nennen Sie Ihr Anliegen und ermitteln dafür bedeutsame Mitglieder Ihrer aktuellen Familie und/oder Ihrer Herkunftsfamilie.
Im Zuge der eigentlichen Familienaufstellung werden diese Personen dann durch RepräsentantInnen dargestellt (siehe: Was sind RepräsentantInnen/StellvertreterInnen?). Sie stellen die RepräsentantInnen räumlich, gemäß Ihres aktuellen inneren Bildes zueinander auf. So können Wechselwirkungen, Auswirkungen möglicher Änderungen bzw. Änderungsabsichten in Ihrem Familiensystem durch die RepräsentantInnen dargestellt werden.
Themen können z.B. sein: Konflikt in der Partnerschaft, Streit mit den Kindern, Patchwork Paare, Patchwork Familie, Untreue, Lieblosigkeit in der Beziehung, Konflikt mit der Mutter/dem Vater, mit den Geschwistern, Single Dasein beenden wollen.
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Wie läuft eine Aufstellung ab?
Ein Vorgespräch zwischen Ihnen und mir bei einem Extratermin macht den Anfang. Hier schildern Sie Ihr Anliegen und sagen, was Sie sich von der Aufstellung erhoffen oder was gelöst werden soll (vorbereiten können Sie sich darauf mit Hilfe eines Fragenkatalogs). Danach besprechen wir, welche Positionen aufgestellt werden (aufstellungserfahrene KlientInnen kommen meist ohne Vorgespräch aus).
Am Aufstellungstag schildern Sie vor der Gruppe kurz ihr Anliegen und wählen aus den anwesenden Personen RepräsentantInnen für jene Positionen aus, die Sie davor festgelegt haben. Dann stellen Sie die Personen und Elemente räumlich zueinander im Raum auf. Jede Person fühlt sich in ihre zugewiesene Rolle ein und berichtet von ihren Eindrücken, Wahrnehmungen und Gefühlen. Sie als KlientIn beobachten das Geschehen von außen und erhalten Einblick in Beziehungs- und Verhaltensmuster Ihres privaten oder beruflichen Umfelds. Danach folgt die Prozessarbeit. Die RepräsentantInnen nehmen neue Plätze ein, es finden klärende Dialoge und Rituale statt und fehlende Positionen werden ergänzt. Ein Lösungsbild nehmen Sie entweder von außen wahr oder Sie stellen sich selbst auf den Platz Ihres Repräsentanten oder Ihrer Repräsentantin. In der Gruppe kann im Anschluss über die Erfahrungen während der Aufstellung gesprochen und reflektiert werden. In einem geschützten, vertrauensvollen Rahmen begleite ich Sie durch Ihre Aufstellung.
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Brauche ich Vorerfahrung für eine Aufstellung?
Wenn Sie keine oder nur wenig Erfahrung mit Aufstellungen haben, empfehle ich zuerst als RepräsentantIn an einer meiner Aufstellungen teilzunehmen, um die Methode und meine Arbeitsweise kennenzulernen. Haben Sie ein dringliches Anliegen, dann spricht nichts dagegen – nach einem ausführlichen Vorgespräch – sofort aufzustellen.
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Wie bereite ich mich auf das Vorgespräch bzw. auf die Aufstellung vor?
Vor dem Vorgespräch erhalten Sie einen Fragenkatalog zur Vorbereitung – hier finden Sie den Fragenkatalog.
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Welche Themen können mit einer Aufstellung bearbeitet werden?
Für eine Aufstellung eigenen sich Fragen zum aktuellen Familiensystem, zur Herkunftsfamilie, innere und äußere Konflikte, Entscheidungssituationen, psychosomatischen Symptome und vieles mehr. In einem Vorgespräch schildern Sie Ihr Anliegen und sagen was Sie sich von der Aufstellung erhoffen. Wir erarbeiten einen „Anliegensatz“ und besprechen, welche Positionen aufgestellt werden sollen.
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Können auch heikle Themen aufgestellt werden?
Heikle Themen können „verdeckt“ aufgestellt werden. D.h. ausschließlich Sie – wenn gewünscht auch ich als Aufstellungsleiterin – wissen um das Thema, die RepräsentantInnen erfahren nicht, wen oder was sie repräsentieren. Schlussfolgerungen ziehen Sie aus den Aussagen und körperlichen Befindlichkeiten der DarstellerInnen.
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Wie lange dauert eine Aufstellung?
Im Durchschnitt dauert eine Aufstellung zwischen einer dreiviertel Stunde und eineinhalb Stunden. Die Dauer einer Aufstellung sagt nichts über deren Qualität aus.
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Was sind RepräsentantInnen/StellvertreterInnen?
Zu meinen Aufstellungsterminen lade ich aufstellungserfahrene Personen, Menschen, die sich in der Ausbildung zur Lebens- und Sozialberatung befinden oder jene, die die Methode der Aufstellungsarbeit kennen lernen wollen, ein. Um als RepräsentantIn teilnehmen zu können, sind keine Vorkenntnisse notwendig, allerdings gelten hier die gleichen Gegenanzeigen für die Aufstellungsarbeit wie für AnliegenbringerInnen (siehe: Wann sollte nicht aufgestellt werden?)
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Können durch eine Aufstellung alte Wunden aufgerissen werden?
Die Tiefe und Intensität der Aufstellung bestimmen Sie als KlientIn. Sie geben vor, welche Themen bearbeitet, berührt oder vorläufig noch nicht näher betrachtet werden sollen. Während einer Aufstellung sind Sie und ich im permanenten Austausch, so können Sie z.B. Fragen stellen, Vorschläge machen, etwas ausprobieren oder ins Aufstellungsbild hineingehen.
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Wie verhalte ich mich nach einer Aufstellung?
Ich empfehle nach einer Aufstellung einige Tage nicht über die Aufstellung zu sprechen, um Erfahrungen wirken zu lassen. Jedoch bleibt es immer Ihre Entscheidung, ob Sie gleich darüber mit jemandem reflektieren wollen oder nicht. Ich stehe für Rückfragen oder Nachgespräche in den Tagen nach der Aufstellung in jedem Fall für Sie zur Verfügung.
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Was kostet eine Aufstellung?
Für die Person mit einem Anliegen kostet das Vorgespräch € 80,- (ca. eine Stunde) und eine Aufstellung € 160,-. Weitere Beratungsstunden kosten € 84,-. RepräsentantInnen und ZuschauerInnen bezahlen je nach Anzahl der Aufstellungen ab € 15,- und € 50,- für ein Ganztagesseminar.
Eine Aufstellung im Einzelsetting kostet € 80,-/60 Minuten und dauert im Schnitt 90 Minuten.
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Wie groß ist die Gruppe bei einer Familienaufstellung?
Ich arbeite mit einer Gruppengröße zwischen 7 und 12 Personen und nehme max. 3 Aufträge für einen Aufstellungstermin an.
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Woher kommt die Aufstellungsarbeit?
Wurzeln für Systemische Aufstellungen finden wir beim Psychodrama nach Jacob Levy Moreno und der Familienrekonstruktion und Familienskulptur nach Virgina Satir. 
Ich lernte die Methode der Aufstellungsarbeit beim Team Winter, Siegried Essen, Franziska Tillmanns und anderen und entwickelte daraus meine persönliche Art der Aufstellungsarbeit. Wertschätzendes, achtsames Arbeiten und das Wohl der TeilnehmerInnen immer im Auge zu behalten, prägen meinen Arbeitsstil.
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Welche Arten von Aufstellungen gibt es?
Neben traditionellen Aufstellungsarten gibt es auch Verschmelzungen zweier oder mehrerer Verfahren, für die dann eine neue Bezeichnung kreiert wurde.
* Systemische Aufstellungen (Familienaufstellung, Organisationsaufstellung und Strukturaufstellung),
* Phänomenologische Aufstellungsarbeit (diese Art der Aufstellung verbindet man meist mit Bert Helliger),
* Psychodramatische Aufstellungsarbeit (die Aufstellungsarbeit und das Psychodrama nach Jacob Levy Moreno werden kombiniert, die StellvertreterInnen erhalten umfangreichere Informationen über die Personen für die sie RepräsentantIn sind)
* Integrale Aufstellungsarbeit (Kombination von Systemischen Strukturaufstellungen und dem integralen Ansatz des Philosophen Ken Wilber),
* Schamanische Aufstellungsarbeit (hier wird die Aufstellungsarbeit mit schamanischen Elementen verbunden – Pflanzen, Krafttiere, Quelle, usw.),
* Astrologische Aufstellungsarbeit,
* Autopoietische Aufstellungsarbeit (Autopoiesis, altgr., bezeichnet den Prozess der Selbsterschaffung und –erhaltung eines Systems. Hier geht es um Selbstheilung und Selbstorganisation),
* Freie Aufstellungsarbeit (es gibt keinen Aufstellungsleiter, der Anliegenbringer/die Anliegenbringerin führt selbst durch die Aufstellung, StellvertreterInnen sind freiwillig dabei und können auch die Aufstellung verlassen, wenn es für sie nicht mehr passt),
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Welche Arten von Aufstellungen bieten Sie an?
Ich arbeite nach dem Konzept der Systemischen und der Psychodramatischen Aufstellungsarbeit, lasse aber auch Elemente aus den anderen, oben angeführten Aufstellungsarten, in meine Arbeit einfließen (mit Ausnahme der Astrologischen Aufstellung und Freien Aufstellungsarbeit). Ich arbeite sowohl mit Gruppen als auch im Einzelsetting.
Im Einzelsetting werden Mitglieder/Elemente eines Systems durch Figuren oder Symbole dargestellt. Als Material verwende ich Bodenanker (Papier), Sessel, Playmobilfiguren, Bauklötze oder Steine, die auf dem Tisch oder auf dem Fußboden angeordnet werden.
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Ist eine Aufstellung in der Gruppe wirkungsvoller als eine im Einzelsetting?
Jede Variante hat ihre Vorteile. Durch die Aussagen der RepräsentantInnen in der Gruppe werden Wechselwirkungen und Zusammenhänge hör-, spür- und sichtbar. Für manche Menschen ist es auch wichtig, dass Menschen Anteil an ihrem Schicksal nehmen – sozusagen Zeugen davon werden.
Der Vorteil im Einzelsetting liegt in der rascheren Realisierbarkeit und in der höheren Diskretion bei heiklen Themen.
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Kann ich für andere Personen aufstellen?
Eltern können für ihre minderjährigen Kinder aufstellen. Für andere Personen aufzustellen, ist nicht möglich.
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Was ändert sich nach einer Aufstellung? Was kann mit Aufstellungsarbeit erreicht werden?
Das Ergebnis einer Aufstellung ist nicht vorhersehbar. Jedes Resultat und jede Lösung sind einzigartig. Meist ändert sich die Sichtweise auf ein Anliegen und dadurch folgt meist auch eine Veränderung des Verhaltens.
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Was spricht gegen eine Aufstellung?
Wenn der Ratsuchende innerlich nicht bereit ist, sein Anliegen für sich zu formulieren, wenn der Ratsuchende den für eine Aufstellung erforderlichen Ernst vermissen lässt, der Ratsuchende die Aufstellung als Vorwand nutzt, auch weiterhin unverändert so zu agieren wie bisher, der Ratsuchende die Aufstellung zum Zweck der Manipulation nutzen will, der Ratsuchende schwere Schuld auf ich geladen hat (z.B. Inzest) (Frot, 2013, S. 46)
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Wann sollte nicht aufgestellt werden?
Systemische Aufstellung können mitunter aufwühlen und tief berühren und trotz höchster Sorgfalt alte Wunden aufreißen, daher ist von diesem Verfahren besonders abzuraten, wenn Sie sich wegen einer psychischen Störung oder Persönlichkeitsstörung in Therapie befinden oder an einer Psychose leiden oder vor kurzem litten (auch dann, wenn es sich um ein „leichtes Anliegen“ handelt),wenn anzunehmen ist, dass Sie an einer psychischen Störung, Persönlichkeitsstörung (auch ohne Therapie) oder einer Psychose leiden, nach Aufenthalt/en in einer psychiatrischen Klinik, wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden (Verlust, Tod, Diagnose, etc.), wenn Suizidgedanken vorhanden sind, wenn kein soziales Netz im Anschluss an eine Aufstellung verfügbar ist, wenn das Anliegen, die Bearbeitung traumatischer Erlebnisse mit komplexen Traumafolgestörungen ist (davor sollte unbedingt eine Traumatherapie oder Traumaberatung zur Stabilisierung und Vorbereitung stattfinden).
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Sollten Sie weitere Fragen zur Aufstellungsarbeit haben, freue ich mich über Ihren Anruf unter der Telefonnummer +43 0660 2111218 oder über Ihre Nachricht mailto: weilinger.i@aon.at